HRAD STRAKONICE : DIE EHEMALIGE GROßPRIOR-RESIDENZ – HEUTE DAS DOMIZIL EINER KUNSTSCHULE

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Expozice muzea byly
slavnostnì otevøeny
1. 4. 2022.

 

 

Die ehemalige Großprior-Residenz – heute das Domizil einer Kunstschule

Das Objekt der ehemaligen Großprior-Residenz, bestehend aus zwei rechteckig miteinander verbundenen Flügeln, ist untrennbar mit dem Burgareal verbunden und befindet sich in dessen nordöstlichem Teil.

1694 verlegten die Großpriore des Malteser Ritterordens ihren Sitz wieder nach Prag zurück, nach Strakonice kamen sie nur noch in den Sommermonaten. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts beschloss der Großprior des Malteser Ritterordens, Ferdinand Leopold Dubský von Tøebomyslice (Großprior von 1714–1721), am Zusammenfluss der Otava und Volyòka ein neues Objekt zu errichten, das den Ansprüchen der Bewohnbarkeit besser entsprechen würde.

Ursprünglich befanden sich an jener Stelle einfache Steinwälle, ein Stadttor mit Turm und Dienstbotenbehausungen.

Die einstöckige Residenz wurde um 1715 erbaut, die Fassade trägt das Wappen ihres Bauherrn, des Barons von Dubský, mit der Jahreszahl 1716. Über dem Haupteingang befindet sich das Ordenszeichen der Johanniter (ein weißes achteckiges Kreuz in einem roten, gerafften Mantel mit dem ovalen Wappen derer von Èejkovský). Das Erdgeschoss hatte anfangs zwei Eingänge an den Seiten, nach 1745 entstand ein neuer in der Mitte des Gebäudes und darüber im Obergeschoss ein Balkon mit einem eisernen Geländer. Auf dem Dach ist ein dreiteiliger Giebel mit einer Uhr zu sehen.

Die Residenz erfuhr auch zuzeiten zweier weiterer Großpriore Veränderungen, des Großpriors Václav Jáchym Èejka von Olbramovice und des Großpriors Emanuel Václav Krakowský von Kolowrat. Damals entstand der südliche Teil des Gebäudes, die Stirnseite erhielt ihr klassizistisches Aussehen und verändert wurden auch die Innenräume. Laut Inventarverzeichnis aus dem Jahr 1776 befanden sich im Schloss sechs Zimmer, das Zimmer des Großpriors, ein grünes, ein rotes und ein gelbes Zimmer und vier kleinere Säle an den Treppenaufgängen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der hölzerne Söller vor dem Nordflügel der Residenz durch einen Arkadengang im Erdgeschoss ersetzt. Zu jener Zeit befanden sich im Gebäude auch Büroräume des Großgutshofes und Wohnungen für die Beamten.

Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts stand im Zeichen weiterer baulicher Aktivitäten. Es entstand ein Anbau mit einem zylinderförmigen Turm im Südteil. Die Leute nannten ihn nicht anders als Trotzbastion oder Trotzturm, denn der Hauptgrund für sein Entstehen bestand angeblich im unweit gelegenen pompösen Palastbau des Fabrikanten Ignác Stein. 1936 wurde der romantische Bau im Zuge der Errichtung einer Straße nach Pracejovice abgerissen.

Kurz vorher, im Jahr 1934, war bereits auch die ursprünglich barocke Verbindung zwischen Kirche und Schlossgebäude beseitigt worden.

Von 1922 bis 1925 wurde auf dem Strakonitzer Besitztum eine umfassende Bodenreform durchgeführt, im Zuge derer der Großgutshof an Verwandte des Abgeordneten Rudolf Beran fiel. 1934 verkaufte eine Gruppe von Eignern diesen Teil der Burg an Zdeòka Havránková, die ihn bis 1949 besaß. Die Verwaltung wurde jedoch bereits 1945 von der Stadt Strakonice übernommen. In Anbetracht der Änderung des Besitzers kam es in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch zu einer Veränderung in der Nutzung.

Von 1946 bis 1952 befand sich hier das Wohnheim der Lehrlinge der Waffenfabrik Èeská zbrojovka, ab den 60-er Jahren des 20. Jahrhunderts diente das Gebäude dann den Zwecken einer Grundschule mit Kunstunterricht (früher Volks-Kunstschule).

Heute stellt die Stirnseite der barock-klassizistischen Residenz den Haupteingang in das Burgareal dar und ist vom Anblick her der exponierteste Teil des Burgkomplexes.  

Interessantes:
Im nördlichen Teil gehört von der Otava her auch eine halbzylindrische Bastion der ursprünglich gotischen Befestigungsanlage mit zum Gebäude: Sie ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, da sie zu den Räumlichkeiten der Grundschule gehört.

1934 erhielt das Gebäude eine Wasserleitung, die auch in die übrigen Teile der Burg verlegt wurde.

Im Juni 1937 genehmigte das Bauamt Antonín Chramosta im nordöstlichen Zipfel der Residenz eine Trafik (Tabakladen) mit Eingang und einem kleinen Schaufester einzurichten. Dies stellte einen sehr rücksichtslosen baulichen Eingriff, aller Wahrscheinlichkeit nach in das Gemäuer der ursprünglichen Befestigungsanlage, dar, der die Stirnseite des Residenzgebäudes entstellte. In den 70-er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde dann dieser Bereich beim Bau einer neuen Brücke wieder zugemauert und die Fassade erneuert. 

Zu den Unterrichtsräumen gehört auch der mit Wandbemalung geschmückte Hauptsaal – der ehemalige Speisesaal. Die Wandmalerei, die eine romantische Landschaft darstellt, ist nicht signiert. Experten datieren sie auf das Ende des 18. Jahrhunderts. 

    

 

 

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