HRAD STRAKONICE : DEKANITSKIRCHE DES HL. PROKOP

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slavnostnì otevøeny
1. 4. 2022.

 

 

Dekanitskirche des Hl. Prokop

Die Dekanatskirche des Hl. Prokop, des Abts, gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten von Strakonice. Sie befindet sich im Strakonitzer Burgareal, im östlichsten Teil eines Felsausläufers über dem Zusammenfluss der Otava und Volyòka. Ursprünglich handelte es dabei wahrscheinlich um die herrschaftliche Kirche des Adelsgeschlechts der Bayern (Bavoøi), später, nach der Errichtung der Johanniterkommende, um eine Klosterkirche.

Ab 1786/1787, als man den Pfarrsprengel von der ursprünglichen Pfarrkirche des Hl. Wenzels in der Gemeinde Lom, heute bereits nicht mehr existierend (Friedhofskirche), hierher übertrug, wurde die Kirche infolge eines Entscheids des Budweiser Bischofs zur Dekanatskirche.

Die Kirche wurde wahrscheinlich zu Beginn des 13. Jahrhunderts von dem Adelsgeschlecht der Bayern von Strakonitz gegründet und bereits vor 1243 von Bayer I. (Bavor I.) dem Orden des Hl. Johannes zu Jerusalem (auch Malteser Ritter oder Johanniter genannt) zum Geschenk gemacht. Ursprünglich war die Kirche dem Hl. Vojtìch (Adalbert) geweiht. Seit dem 14. Jahrhundert wird sie die Kirche des Hl. Prokop genannt. Kirche und Konvent, mitsamt dem Kapitelhaus und den Kreuzgängen, erlebten noch im 13. Jahrhundert in mehreren Etappen eine komplexe bauliche Entwicklung.

Die älteste, spätromanische Etappe wird vor das Jahr 1243 datiert (wahrscheinlich 1220–1235). Die ursprünglich herrschaftliche Kirche der Bayern von Strakonitz, die dem Johanniterorden zum Geschenk gemacht wurde, stand ganz sicher an der Stelle des heutigen Gotteshauses. Es ist jedoch nicht eindeutig bestimmbar, welche Teile aus der damaligen Kirche stammen. Der älteste Teil ist vermutlich der raumgreifende westliche Kirchenchor.

Die zweite Etappe begann nach der Übernahme der Kirche durch den Johanniterorden, d. h. um das Jahr 1243. Es wurde ein monumentaler, 40 Meter hoher Turm gebaut, der bis heute romanische Züge trägt. Aus dieser Zeit stammt auch das gotische Presbyterium.

Die frühbarocke Kirche wurde in der dritten Phase fertiggestellt, an der Wende des 13. zum 14. Jahrhundert. Um die Fertigstellung der Kirche soll sich Bayer III. (Bavor III.) (1280/1290–1318) verdient gemacht haben, der der Ordenstradition gemäß Großprior war. Die Gestalt der frühgotischen Kirche näherte sich in ihren Maßen bereits der heutigen Kirche.

1402 wurden die Johanniter zu den Alleinbesitzern der Burg, die wiederum nach der Zerstörung der Prager Ordensresidenz durch die Hussiten im Jahre 1421 zur Dauerresidenz der Generalprioren wurde (bis 1694, als der Konvent wieder dauerhaft nach Prag zurückkehrte). Damit erwarb Strakonitz eine bedeutende Stellung, was auch den Aufstieg der Klosterkirche zur Folge hatte.

Unter Großprior Johann von Rosenberg (Jan z Rožmberka) (1511–1532) wurden an der Kirche zu Beginn des 16. Jahrhunderts bedeutende Umbauten vorgenommen. Das Hauptschiff erhielt ein spätgotisches Kreuzgewölbe mit fünf Feldern mit eingelegten Terrakotta-Rosetten über dem Kirchenchor. Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) hatten Burg und Kirche sehr unter den Buquoyer und Mansfelder Truppen zu leiden.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde gleichzeitig mit dem Bau der neuen Großprior-Residenz eine Überbrückung zwischen deren Obergeschoss und dem Kirchenchor errichtet. Diese barocke Verbindung wurde jedoch leider nach dem Wechsel der Besitzer im Jahre 1934 beseitigt. Die innere Ausgestaltung der Kirche wurde wohl erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts fertig gestellt, als im Zuge der Josephinischen Reformen aus der Kirche die Grabmäler der Großprioren verschwanden.


Interessantes über den Innenraum:

Den Hauptaltar des Hl. Prokop ließ 1693 der letzte infulierte Strakonitzer Prior Michael Emerich de Raga auf eigene Kosten errichten. Die meisten zeitgenössischen Inventarverzeichnisse schreiben die Autorenschaft des Hauptaltarbildes des Hl. Prokop dem berühmten tschechischen Maler Karel Škréta zu, trotzdem wird seine Autorenschaft heute bezweifelt. Die gemalten Türen an den Seiten stellen den Hl. Erzengel Michael und den Hl. Märtyrer Laurentius dar. 1762 ließ Großprior Emanuel Václav Kolowrat-Krakovský den Hauptaltar des Hl. Prokop erneuern, die aus Holz gefertigten Teile des Altars wurden 1788 auf Geheiß von Dechant Midlent angefertigt.

Auf dem Altar befindet sich an der Stirn des Seitenschiffs ein Bild der Geburt Christi, das auf ein bewegtes Schicksal zurückblicken kann. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde 1619 die Strakonitzer Burg erobert und von den Truppen Arnošt von Mansfelds geplündert. Ein Strakonitzer Bürger namens Firbas fand das altertümliche Bild der Geburt Christi (wohl aus dem 16. Jahrhundert) in der geplünderten Kirche von Protestanten geschändet vor (den Figuren waren die Augen durchgestochen worden). Er übergab es dem Karmelitermönch P. Dominik Argonia und Santa Maria, einem Beauftragten des Papstes und Begleiter der kaiserlichen Truppen. Das Bild wurde in den Händen dieses eifrigen Priesters zu einem Palladium, das die kaiserlichen Truppen am Weißen Berg zum Sieg führte (1620). Es wurde seither verehrt und Maria Victoria (Siegreiche Jungfrau Maria) genannt. Das Original wurde 1622 nach Rom gebracht und dort im Karmeliterkloster aufbewahrt, wo es 1882 verbrannte. Eine der Kopien wurde im Jahre 1650 in einer glorreichen Prozession in die Kirche des Hl. Prokop zurückgeführt, wo es sich auch heute noch befindet.

    

 

 

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