HRAD STRAKONICE : BAYERISCHER PALAST

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GPS: 49°15'29.579"N, 13°54'4.320"E


Expozice muzea byly
slavnostnì otevøeny
1. 4. 2022.

 

 

Bayerischer Palast

Die Einzigartigkeit der Strakonitzer Burg ist auch dadurch gegeben, dass man in ihren Gebäuden, an den Mauerwerken und der Baustruktur die Entwicklung der Architektur vom 12. Jahrhundert bis zum Ende des vergangenen Jahrhunderts verfolgen kann. Trotz aller Veränderungen blieb das Erscheinungsbild eines mächtigen Burgkomplexes mit den für die Architektur einer Burg charakteristischen Zügen erhalten. Geschützt wird sie vom Zusammenfluss zweier Flüsse und einem tiefen Burggraben, der einst von dem unweit gelegenen Teich mit Wasser gespeist wurde.

Der südwestliche Teil des Burgpalastes, den im Mittelalter wahrscheinlich die ersten Besitzer der Burg aus dem Geschlecht der Bayern (Bavoøi) bewohnten, gehört zu den ältesten Burggemäuern. Im untersten Stockwerk des romanischen Palastes aus dem 12. Jahrhundert ist ein Raum zugänglich, in dem sich vier Gewölbefelder ohne Rippen zu einer Mittelsäule wölben. Dieser befindet sich heute unterhalb des Terrainniveaus und gehört zur Weinstube mit dem Namen „Hradní sklípek” (Burgkeller).

Ursprünglich trug der Sitz der Bayern den Charakter einer Festung, was durch zwei Türme unterstrichen wurde. Einer der Türme, viereckig mit drei Stockwerken, befand sich im südwestlichen Teil der Burg und wurde aufgrund seines sehr schlechten Zustandes um das Jahr 1800 abgerissen. Der zweite, der Rumpál genannt wird, dient heutzutage als Aussichtsturm. Die Burg war von einem steinernen Wall umgeben, der im Norden bis hin zu jenem Teil führte, der sich in Besitz des Johanniterordens befand.

Ursprünglich gab es zwei Paläste: den alten und neuen Palast. Durch Überdachung entstand dann jedoch das heutige zweistöckige Gebäude, zum Teil mit Erkerfenstern, unter welchen ein steinerner Tisch steht, der den Gepflogenheiten des Ordens entsprechend zur Verteilung von Brei an die Bedürftigen diente. Der Treppenaufgang in der Ecke des Burghofes führt in das „Muzeum støedního Pootaví” (Museum des Mittleren Otavagebietes), das den Besucher die Geschichte der Stadt und Region, von der mittelalterlichen Besiedlung bis zur Gegenwart, näher bringt. Einzigartig sind dabei drei Expositionen: die Dudelsackbläser-Ausstellung über ein wichtiges Phänomen der hiesigen Region, eine Ausstellung über die Herstellung türkischer Kappen, der sog. Feze, sowie eine Ausstellung über den längst vergangenen Ruhm der Produktion von Waffen und Motorrädern der Marke ÈZ.

Im Obergeschoss des Palastes blieb ein Raum mit einer Wandmalerei erhalten, die ein sog. Glücksrad darstellt, sowie die hinter diesem Raum gelegene Burgkapelle mit einer gotischen Steinumrahmung am Eingang und mit Spitzfenstern.

Dieses einzigartige bildkünstlerische Denkmal geht auf die Bautätigkeit von Bayer III. (Bavor III.) zurück. Das weltliche Motiv erinnert an die Unbeständigkeit des Schicksals und die wandelbare Gunst des Glücks. Die Strakonitzer Malerei entstand um 1310. Auf dem Glücksrad ist auch Bayer III. zu sehen: Auf seinem Höhepunkt als Burggraf von Zvíkov (Klingenberg) und als von allen respektierter und mächtiger Edelmann, jedoch bald nach der Thronbesteigung durch Rudolf I. von Habsburg (Rudolf I. Habsburský) als Landesschädling und Opfer einer List eines anderen Edelmannes, um bald darauf wieder als Beförderer des neuen Königs Johann von Luxemburg (Jan Lucemburský) aufzusteigen.

Der Burgpalast wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts von Großprior Johann von Rosenberg (Jan z Rožmberka) erweitert und schließt heute an das Gebäude des Kapitelsaals und die Dechanei an. Ein Umbau im Renaissancestil wird durch den sog. kleinen Rittersaal mit Balkendecke, Wappen an den Wänden und einem Hohlziegelofen belegt. Einen weiteren Beleg für den Umbau im Renaissancestil stellt der Erkerturm Jelenka dar, in dem die Herrschaft nach der Hirschjagd im Strakonitzer Revier zu speisen pflegte. Das heutige Aussehen erhielt die Burg im Zuge des großen Umbaus im 15.–16. Jahrhundert. Als die Burg damals ihre militärische Bedeutung verlor, wurde der Burgpalast vergrößert und an die Südwand der Turm Jelenka angebaut. Im dritten Stockwerk des Renaissancebaus blieb ein repräsentativer Raum erhalten, der besonders durch die Helligkeit, viele Nischen, große Fenster und die bemalte Balkendecke mit vergoldeten Stiften hervorsticht.   

An die Zugehörigkeit des Großpriors zu dem mächtigen Geschlecht derer von Rosenberg (Rožmberk) erinnert ein die Wappenrose des Geschlechts darstellendes Fresken-Fragment. Während sich die Herrschaft im Jelenka-Turm vergnügte, warteten die Knappen im Vorsaal, dem sog. Maßhaus, und bemalten und beschrieben dort zum Zeitvertreib die Wände. Neben dem Maßhaus blieb auch die schwarze Küche erhalten, die zum Besichtigungsrundgang des Museums gehört.


Interessantes:

Honigbrei
Ebenso wie auf vielen anderen Residenzen derer von Rosenberg (Rožmberk) gab es auch auf der Burg Strakonitz eine „Weiße Frau” - den Geist der Tochter von Udalrich von Rosenberg (Oldøich z Rožmberka). Erschien sie mit einem Lächeln, bedeutete dies für die Burgbewohner Glück. War sie jedoch traurig, verhieß dies den Tod eines Mitglieds des Hauses Rosenberg. Zu ihrem Gedenken wurde am steinernen Tisch auf dem Burghof an die Armen Honigbrei verteilt. Später wurde dieser Brauch von den Burgbesitzern, den Mitgliedern des Ordens des Hl. Johannes zu Jerusalem, abgeändert. Einmal jährlich, einen Tag vor Mariä Himmelfahrt (15. August), erhielt ein jeder Bedürftiger ein Pfund Brot, einen Seidel Bier und einen Kreuzer. 1784 hinterlegte der Orden in der Stadtkasse 213 Gulden und gründete eine Stiftung aus Grundstücken, die bis zum heutigen Tag „Zum Honigbrei” genannt werden. Von den Zinsen zahlte die Stadt sodann bis zum Ersten Weltkrieg Hilfeleistungen an die Ärmsten der Armen. Die Tradition der Verteilung von Honigbrei auf der Strakonitzer Burg fand 1788 ihr Ende.

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